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Landkreis Meißen
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23.06.2020 - Radonmessung in Schulen in Trägerschaft des Landkreises Meißen

Die Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (Radonberatungsstelle) untersuchte die Schulen in Trägerschaft des Landkreises Meißen in einer Langzeitmessung von März 2019 bis März 2020 hinsichtlich der Radonkonzentration. Die Untersuchung fand im Rahmen des freiwilligen Messprogrammes des Freistaates Sachsen statt.

Ende Mai 2020 lagen die Ergebnisse vor und wurden zunächst in der Landkreisverwaltung ausgewertet. Zwischenzeitlich sind auch die Schulleitungen über die Ergebnisse der Radonmessung informiert. Bis zur Sommerpause wird eine Auswertung mit den Schulleiterinnen und Schulleitern erfolgen, mit dem Ziel, kurzfristig geeignete Maßnahmen festzulegen. Die ersten Gespräche haben bereits bis Mitte Juni stattgefunden.

Um möglichst große Transparenz herzustellen, informiert das Landratsamt Meißen an dieser Stelle über das Edelgas Radon, die Messung in den landkreiseigenen Schulgebäuden sowie über das weitere Vorgehen.

Das Edelgas Radon

Radon ist ein farb- und geruchloses radioaktives Edelgas. Es ist natürlichen Ursprungs und wird hauptsächlich aus dem Boden in die Luft freigesetzt. Das Radon-Vorkommen ist je nach Gesteinsart sehr unterschiedlich. Auch der Landkreis Meißen weist durch seine Geologie in einigen Regionen eine erhöhte Radonkonzentration auf.

In Gebäuden kann Radon zum Beispiel über Risse und Öffnungen im Mauerwerk, wie Kabel und Versorgungsschächte, aus dem Boden eindringen und sich konzentrieren. Das geschieht vor allem in Kellern und im erdberührenden Erdgeschoss. Hierbei ist die Radonkonzentration in Aufenthaltsräumen witterungsbedingt unterschiedlich, abhängig unter anderem vom Lüftungsverhalten, Luftdruck usw.

Über die Atemwege gelangt das Radon in die Lunge. Während ein großer Teil wieder ausgeatmet wird, verbleibt ein Teil der Zerfallsprodukte in der Lunge. Die Strahlung der Zerfallsprodukte kann Schäden in den Zellen des empfindlichen Lungengewebes auslösen und Ausgangspunkt eines Lungenkrebses werden.

Gesetzliche Regelungen

Das Gesetz zum Schutz vor der schädlichen Wirkung radioaktiver Strahlung (StrlSchG) gibt für Wohnbereiche und Arbeitsplätze einen Referenzwert von 300 Bq/m³ (Becquerel pro Kubikmeter) im Jahresmittel an. Dieser dient als Maßstab für die Prüfung der Angemessenheit von Maßnahmen.

Ein Referenzwert ist aber kein Grenzwert! Da es keinen Schwellenwert für die gesundheitliche Wirkung von Radon gibt, sollte immer versucht werden, diesen Referenzwert zu unterschreiten.

Bis Ende 2020 soll als Information für die Bevölkerung zudem die Ausweisung spezifischer Gebiete erfolgen, in denen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit eine Überschreitung des Referenzwertes in Gebäuden im Jahresmittel erwartet wird.

Messergebnisse in den Schulen

Die Langzeitmessung in den Schulen erfolgte über einen Kernspurdetektor – eine pralinengroße Kapsel, welcher in Aufenthaltsräumen unscheinbar platziert wurde. Dieser kann unabhängig von zeitlichen Schwankungen die gesetzlichen Jahresmittelwerte erfassen. Da Radon gasförmig ist, nimmt die Konzentration in den oberen Stockwerken eines Gebäudes signifikant ab. Daher wurde insbesondere in Aufenthaltsräumen in Unter- und Erdgeschossen gemessen.

Für eine genaue Bewertung des Schulgebäudes ist zwingend darauf zu achten, in welcher Anzahl von Räumen und unter welchen Bedingungen erhöhte Werte ermittelt wurden. Entscheidend für die Strahlenbelastung des Einzelnen ist immer die Aufenthaltsdauer in Räumen mit erhöhter Konzentration. Eine stundenweise Nutzung ist anders zu bewerten als der dauerhalte Aufenthalt.

In allen Schulgebäuden des Landkreises Meißen lagen die Jahresmittelwerte unter dem Referenzwert. In sechs landkreiseigenen Schulgebäuden überstieg der ermittelte Höchstwert 300 Bq/m³. In drei Schulen betrifft dies jeweils einen Raum, in den anderen Schulen zwei, drei bzw. sechs Räume. Bei den Räumen mit erhöhten Messwerten handelt es sich zum überwiegenden Teil um Räume mit einer ganz geringen Nutzung (ca. zwei Stunden), zum Beispiel Bibliothek, Garderobe, Arztzimmer usw.

Das „natürliche“ Nutzungsverhalten der Schulen trägt neben baulichen und geologischen Faktoren erheblich dazu bei, welche Messergebnisse erzielt werden. So werden die Jahresmittelwerte sehr stark davon beeinflusst, dass Schulen im Zeitraum von 16 bis 6 Uhr sowie an Wochenenden und in den Ferien ungenutzt und damit ungelüftet bleiben, was zu einer Anreicherung des Radons und damit Ansteigen des Jahresmittelwertes führt.

Lösungsmöglichkeiten

Regelmäßiges Lüften führt sowohl bei den stärker belasteten Räumen als auch in Bereichen mit geringer Konzentration zur Verbesserung der Raumluftqualität und ist immer im Nutzungsverhalten zu berücksichtigen. So sollte insbesondere vor dem geplanten Aufenthalt in stärker belasteten Räumen gelüftet werden.

Mittelfristig wird die Eintrittsursache ermittelt, bspw. Mauerrisse, undichte Leitungszuführung usw., um geeignete bauliche Maßnahmen zur Verringerung der Radonkonzentration in der Raumluft zu prüfen. Diese Analyse erfolgt standortbezogen im Wesentlichen in den Altbaubereichen der Schulen mit erhöhten Werten. Nach den durchgeführten Maßnahmen soll eine Kontrollmessung beauftragt werden, um deren Wirkung nachzuweisen.

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